Bobath-Konzept

„See, what you see, and not what you think too see” (Bertha Bobath).
 
Geschichte

Berta Bobath, Physiotherapeutin, und Dr. Karel Bobath, Neurologe, wurden beide in Berlin geboren und flüchteten während des 2. Weltkrieges nach England. Dort entwickelten sie ca. 1943 ihr Konzept zur Befundaufnahme und Behandlung von Kindern und Erwachsenen mit Läsionen (Störungen) des zentralen Nervensystems (z. B. Hemiplegie). 1951 eröffneten sie ihr erstes Zentrum, wo auch Fortbildungskurse für Therapeuten stattfanden. Seitdem wurden Hunderte Therapeuten und Ärzte weltweit ausgebildet. Die Bobaths starben 1991.
 
Inhalt

Dem Ehepaar Bobath war es wichtig, dass die von ihnen entwickelte Therapie als Konzept und nicht als Methode bezeichnet wird. Das Bobath-Konzept beinhaltet also keine vorgeschriebenen Techniken oder Übungen, die mit den Patienten stets in gleicher Weise zu absolvieren sind, sondern es bezieht sich viel mehr auf die individuellen Möglichkeiten und Grenzen des Patienten und bezieht hier die Pflege und das alltägliche Leben mit ein (24-Stunden-Management). Hier steht die Entwicklung von körperlichen, geistigen, emotionalen und sozialen Fähigkeiten im Vordergrund. Das Bobath-Konzept ist also ein Rehabilitationskonzept für die Pflege und therapeutisch aktivierende Pflege.
 
Ziele

Ziele des Bobath-Konzeptes, die in Zusammenarbeit mit den Patienten und den anderen beteiligten Berufsgruppen erarbeitet werden können:

• Regulation des Muskeltonus

(Wiederherstellung eines angepassten Muskeltonus, Hemmung von Spastik)

• Erarbeitung physiologischer Bewegungsabläufe

• Wahrnehmungsschulung des eigenen Körpers und der Umwelt

• Anbahnung normaler Gesichts-, Mund- und Zungenmotorik

• Selbständigkeit in den Aktivitäten des täglichen Lebens
 
Bei wem wird das Bobath-Konzept angewandt?

Typische Anwendungsbereiche des Bobath-Konzeptes sind alle Krankheitsbilder mit zentral bedingten Lähmungen/Störungen. Die häufigste Erkrankung ist der Schlaganfall (Hirninfarkt), der mit einer Halbseitenlähmung (Hemiplegie) einhergeht. Weitere Zielgruppen für die Anwendung des Bobath-Konzeptes sind Menschen mit Krankheitsbildern, z. B.:

• Zustände nach Hirnblutungen (intracranielle Blutung, Subarachnoidalblutung)

• Zustände nach neurochirugischen Operationen

• Schädel-Hirn-Traumen

• Multiple Sklerose

• Entzündliche Erkrankungen des Zentralnervensystems (ZNS)

• Dem apallischen Durchgangssydrom

 

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